Was fressen Asseln? Ein kleiner Futter Guide.

Was fressen Asseln? Ein kleiner Futter Guide.

Asseln sind eigentlich ziemlich unkomplizierte Esser. In der Natur leben sie hauptsächlich von verrottendem Pflanzenmaterial, und genau das sollte auch im Terrarium ihre wichtigste Nahrungsquelle sein.


Die Basis: Verrottendes Laub

Die Hauptnahrung von Asseln ist Laub. Am liebsten mögen sie bereits leicht verrottetes, weiches Laub, das von Mikroorganismen schon etwas zersetzt wurde. Besonders gut geeignet sind zum Beispiel Ahorn, Birke oder Buche. Diese Laubarten bieten eine stabile Grundlage für die Ernährung.

Wichtig ist, dass das Laub frei von Pestiziden ist und nicht von Pflanzen mit vielen ätherischen Ölen stammt. Auch Nadelnvon Nadelbäumen eignet sich nicht für Asseln und sollte im Terrarium vermieden werden. Du kannst es ganz einfach draussen im Wald sammeln. Wichtig ist, dass du das Laub von ungebetenen Gästen und Pathogenen befreist. Das geht am besten, in dem du es für 3 Tage einfrierst. 
Das Laub backen oder abkochen ist nicht Empfohlen, da es gutartige Pilze und Bakterien abtötet, welche für die Zersetzung zuständig sind und andere Schimmel oder Bakterien verdrängen, sie sonst in deinem Terrarium Überhand ergreifen könnten.

Laub sollte immer im Überfluss vorhanden sein. Asseln können sich auch darin verstecken und durch die Abdeckung des Bodens, verliert das Substrat weniger Feuchtigkeit. Das heisst du musst weniger oft nachgiessen.

Sehr gerne fressen sie auch Weissfaules Holz oder Flakesoil (Fermentiertes Holz). Das sind ideale Zusätze im Substrat, welches sowieso aus nährhaften Komponenten zusammengestellt sein sollte. Dazu werde ich bald einen eigenen blogeintrag schreiben.


Kalzium: wichtig für den Panzer

Asseln sind Krebstiere, welche sich ihr ganzes leben lang schälen. Darum brauchen für ihren Panzer ausreichend Kalzium. Deshalb sollte im Terrarium immer eine Kalziumquelle vorhanden sein.

Gut geeignet sind zum Beispiel:

- Sepiaschalen

- zerstossene Eierschalen

- Muschelgrit

Die Asseln nehmen das Kalzium bei Bedarf selbst auf, besonders vor der Häutung.



Übrigens fressen Asseln auch ihre eigene Häutung gerne, um das verlorene Kalzium wieder aufzunehmen.

Zusatzfutter: Gemüse

Neben Laub kann man Asseln gelegentlich mit Gemüse zufüttern. Besonders beliebt sind Zucchini, Gurke und Kürbis, aber auch vieles andere wird gerne angenommen, da kann man gerne ein bisschen experimementieren.

Wichtig ist, möglichst Bio-Gemüse zu verwenden und nur kleine Mengen zu geben, damit nichts im Terrarium zu fest verschimmelt.

Nicht geeignet sind dagegen:

- Kräuter

- Zitrusfrüchte

- Zwiebeln oder andere Lauchgewächse

Diese werden von Asseln meist gemieden oder können ihnen sogar schaden.


Proteinquellen

Viele Asselarten profitieren gelegentlich von einer zusätzlichen Proteinquelle. Die scheint oft recht zur Fortpflanzung anzuregen. Möchtest du also, dass deine Asseln viel Nachwuchs haben, kannst du sie ca 1x in der Woche zufüttern. Üblich dafür ist Fischfutter.

Beim Fischfutter sollte man allerdings auf hochwertige Produkte achten. Es gibt einige Haltungsberichte, die beschreiben, dass sehr billiges Fischfutter zu Häutungsfehlern bei Asseln führen kann. Der Grund soll ein Zusatzstoff sein, der für Krebstiere problematisch sein kann.

Deshalb füttere ich persönlich lieber sogenannte „Whole Foods“, also möglichst unverarbeitete Proteinquellen wie:

- Gammarus

- Tubifex

- ähnliche natürliche ganz Futtertiere

Damit habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht.

Am besten zermalmst du das Futter und verteilst es im ganzen Terrarium. So kannst du nicht nur sicherstellen, dass alle Asseln -gross und klein- eine Chance haben, vom Futter abzubekommen, sondern du veringerst auch die Gefahr, dass das Futter verschimmelt, da es so schneller aufgenommen wird.

Füttere nur so viel, wie in einem Tag gefressen werden kann.

 


Asselarten unterscheiden sich untereinander, wie viel Protein sie benötigen. Porcellio sp. zum Beispiel sind sehr Proteinhungrig. Hier reissen sie sich um ein Stück Tubifex.

Farbe und Pigmente bei manchen Arten

Bei einigen Cubaris-Arten, zum Beispiel Jupiter, Lemon Blue oder Sakura, kann es mit der Zeit passieren, dass die Tiere etwas an Farbe verlieren. In solchen Fällen kann es helfen, Futter mit Pigmenten zu ergänzen.

Bewährt haben sich zum Beispiel:

- Spirulina

- Beta-Karotin

Es gibt auch spezielle Futtermischungen wie Repashy SuperPig, die gezielt die Pigmentierung unterstützen. Besonders bei farbintensiven Arten kann das sichtbar helfen.

Bei diesen Cubaris sp. “Orange Fizzy” sieht man einen klaren Unterschied - die linke Assel wurde mit Repashy SuperPig zugefüttert, die andere nicht.


Am Ende gilt: Wenn Laub immer verfügbar ist, eine Kalziumquelle vorhanden ist und gelegentlich etwas Gemüse und Protein dazu kommt, sind Asseln in der Regel bestens versorgt. Genau deshalb gehören sie zu den pflegeleichtesten Terrarientieren überhaupt.

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