Asseln – das einfachste Haustier der Welt?
Wenn man an Haustiere denkt, kommen einem meist Hunde, Katzen oder vielleicht Fische in den Sinn. Asseln tauchen in dieser Liste eher selten auf. Dabei hätten sie es eigentlich verdient, viel weiter oben zu stehen, denn kaum ein Tier ist so einfach zu halten wie eine Assel.
Asseln haben erstaunlich bescheidene Ansprüche. Im Grunde brauchen sie nur drei Dinge: verrottendes Laub, etwas Feuchtigkeit und ein paar Verstecke. Laub ist ihre wichtigste Nahrungsquelle und sollte im Terrarium immer vorhanden sein. Am liebsten fressen sie bereits leicht zersetztes Laub, das von Mikroorganismen schon etwas aufgeschlossen wurde. Das findest du ganz einfach gratis im Wald. Wenn das Substrat zudem leicht feucht bleibt, fühlen sich die meisten Arten bereits wohl.
Auch technisch sind Asseln ausgesprochen unkompliziert. Die meisten Arten kommen mit ganz normaler Raumtemperatur bestens zurecht. Heizmatten oder spezielle Technik sind normalerweise nicht nötig. Licht brauchen sie ebenfalls keines, in der Natur leben sie ohnehin meist versteckt unter Laub, Holz oder Steinen.
Wenn die Bedingungen stimmen, passiert der Rest fast von alleine. Asseln vermehren sich selbstständig, ohne dass man viel eingreifen muss. Die Weibchen tragen ihre Jungtiere in einem Marsupium (wie bein einen Känguru) unter dem Körper und entlassen später winzige Asseln, die bereits wie Mini-Versionen der Erwachsenen aussehen. Eine gesunde Kolonie wächst deshalb mit der Zeit ganz natürlich.
Auch der Pflegeaufwand ist überraschend gering. Oft reicht es, einmal pro Woche kurz nach dem Terrarium zu schauen, etwas Feuchtigkeit zu kontrollieren oder gelegentlich ein kleines Stück Gemüse zu geben. In meinen speziell für ihre Bedürftnisse eingerichteten, geschlossenen Terrarien muss man, wenn alles gut eigestellt ist, nur etwa einmal alle 6 Monat eingreifen.
Ein weiterer Vorteil: Asseln brauchen sehr wenig Platz. Schon kleine Terrarien oder Boxen reichen aus, um eine stabile Kolonie zu halten. Gleichzeitig sind sie komplett geräuschlos und verursachen keine unangenehmen Gerüche. Ein gut eingerichtetes Asselterrarium riecht meist einfach nach Waldboden.
Und obwohl sie so pflegeleicht sind, gibt es erstaunlich viel zu beobachten. Asseln häuten sich regelmässig, zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen je nach Art und kümmern sich sogar um ihren Nachwuchs. Zusammen mit Springschwänzen und Mikroorganismen entsteht im Terrarium ein kleines funktionierendes Mini-Ökosystem, das sich weitgehend selbst reguliert.
Ich sehe Asseln darum nicht nur als ungewöhnliche, exotische Haustiere oder nur als Clean-Up-Crew im Vivarium, für mich sind sie das eifachste Haustier der Welt - und auch das beste :)